Die beiden Eigentümer und Geschäftsführer von 1zu1 Prototypen, Hannes Hämmerle (links) und Wolfgang Humml. (Bildquelle: 1zu1)

Die beiden Eigentümer und Geschäftsführer von 1zu1 Prototypen, Hannes Hämmerle (links) und Wolfgang Humml. (Bildquelle: 1zu1)

In den vergangenen Jahren ist das Dornbirner Unternehmen stark gewachsen – alleine 2017 um etwa zehn Prozent auf einen Umsatz von rund 18 Millionen Euro. Zwischen den Geschäftsfeldern gab es dabei deutliche Verschiebungen. „Vor zehn Jahren lag der Anteil der Prototypen bei 100 Prozent, vor fünf Jahren bei 80. Heute sind es noch 50 Prozent“, erklärt 1zu1-Gründer und Geschäftsführer Hannes Hämmerle. Der Grund: Die technologische Entwicklung macht den Einsatz früherer Prototyping-Verfahren für die Herstellung von Kleinserien und Serien möglich und auch wirtschaftlich. Einen Eindruck von diesem Trend vermittelte unter anderem die Formnext 2017 in Frankfurt.

„Der Markt verändert sich rapide, die Grenzen zwischen Prototyping und Manufacturing verschwimmen. Die Kosten sinken, die Qualität steigt“, betont Hämmerle. Statt einzelner Bauteile fertigt das Unternehmen heute oft mehrere hundert Stück in additiven Verfahren. Im Vakuumguss produziert 1zu1 mehrere hundert Teile aus einer Silikonform. Und mit seinen Aluminium-Werkzeugen stellt das Unternehmen bis zu 100.000 Kunststoffteile im Spritzguss her.

Das Vorarlberger Unternehmen trägt dem nun mit einem neuen Markenauftritt Rechnung: Aus 1zu1 Prototypen wird 1zu1. Im vom Designbüro Sägenvier entwickelten Erscheinungsbild sind künftig die drei Geschäftsbereiche Prototyping, Manufacturing und Tooling angeführt. Der Firmenwortlaut 1zu1 Prototypen GmbH & Co KG bleibt unverändert.

Immer mehr Fertigungsverfahren

Bei der Gründung 1996 fertigte das Unternehmen mit zwei Mitarbeitern ausschließlich Vakuumteile aus Kunststoff. Inzwischen produzieren mehr als 170 Mitarbeiter Kunststoffteile auch in 3D-Druck-Verfahren wie etwa Stereolithografie, Lasersintern und Fused Deposition Modeling. Zusätzlich kommen Vakuumguss und Metallguss zum Einsatz. Spritzguss-Teile gibt es bei Bedarf auch in Reinraum-Qualität.


Marktübersicht 3D-Druck und additive Fertigung

Der Begriff 3D-Drucker umfasst hier alle Geräte und Maschinen, mit denen Teile aufbauend erstellt werden können. Diese Teile können Modelle, Prototypen, Kleinserienteile, Serienteile in unbegrenzter Zahl, Prototypen-Werkzeuge, Werkzeug-Einsätze und andere Produkte sein. Verarbeitbare Materialien sind neben Kunststoffen auch Metalle, Keramik, Holz und andere Werkstoffe. Link zur Marktübersicht

Marktübersicht Dienstleister der additiven Fertigung

Die Marktübersicht enthält Auftragsfertiger, die Bauteile mithilfe von additiven Verfahren herstellen. In der Regel bieten die Unternehmen mehrere 3D-Druck-Verfahren an, darunter Fused Deposition Modeling (FDM), Lasersintern, Laserschmelzen und Stereolithografie.  Link zur Marktübersicht


Für die Nachbearbeitung der Teile bietet das Dornbirner Unternehmen verschiedene Lösungen, wie etwa Schleifen, Polieren, Lackieren und Strukturieren inhouse an. Das Angebot wurde im Herbst 2017 durch die Übernahme der insolventen W&W Plastic um Digital- und Tampondruck, Lasergravur, das Laserschneiden von Kunststoffen sowie das Prägen und Färben von Teilen nochmals erweitert.

Hämmerle erwartet, dass die Zahl der Fertigungs- und Bearbeitungsverfahren weiter zunimmt. Das Unternehmen leistet sich dafür einen eigenen Technologie-Scout, der die Geschäftsführung und die Vertriebsmannschaft regelmäßig über Neuerungen informiert. „Es geht darum, zwischen dem technisch Machbaren und dem wirtschaftlich Sinnvollen zu unterscheiden“, betont der 1zu1-Geschäftsführer.