Chinesisches Staatsunternehmen kauft Krauss Maffei

Bei der Vertragsunterzeichnung zur Übernahme von Krauss Maffei durch Chemchina (v.l.): Ting Cai, Chairman und CEO von China National Chemical Equipment; Dr. Frank Stieler, CEO von Krauss Maffei; und Chen Junwei, CEO von Chemchina. (Bildquelle: Krauss Maffei)

Krauss Maffei, München, soll Tochterunternehmen der Firma Qingdao Tianhua Institute of Chemistry Engineering werden. Diese ist bereits an der Börse in Shanghai notiert und ein Tochterunternehmen von Chemchina ist. In diesem Zuge werden auch drei Werke von Chemchina in die Gesellschaft eingebracht. Diese stellen Maschinen für die Reifen- und Gummiproduktion her.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigungen zuständiger Gremien sowie Behörden. „Das Geschäft von Krauss Maffei wird rund 85 Prozent des gelisteten Unternehmens darstellen“, erklärt Frank Stieler, CEO von Krauss Maffei. Der Spritzgießmaschinen-Hersteller soll das Auslandsgeschäft aus Deutschland heraus weiter ausbauen und zugleich das chinesische Inlandsgeschäft lokal vorantreiben.

Börsengang soll Wachstum von Krauss Maffei finanzieren

Die Mittel aus dem Börsengang sollen weiteres Wachstum finanzieren, das sich mittelfristig beschleunigen soll. Im Jahr 2016 hatte das Unternehmen seinen Umsatz um 5 Prozent auf 1,27 Mrd. EUR erhöht. Im Jahr 2017 rechnen die Verantwortlichen damit, die Marke von 1,3 Mrd. EUR Umsatz zu überschreiten. Im laufenden Geschäftsjahr sollen weltweit 350 Arbeitsplätze entstehen. Im August dieses Jahres hat das Unternehmen die Marke von weltweit 5.000 Mitarbeitern übersprungen. Damit bleiben die deutsche Mitbestimmung, die Rechtsform der Gesellschaft und sämtliche Mitarbeiter- sowie Gewerkschaftsvereinbarungen bestehen.

„Wir haben schon immer an das Wachstums-Potenzial des Unternehmens geglaubt. Durch ein künftiges Listing an der Börse in Shanghai wird die Wahrnehmung von Krauss Maffei im chinesischen Markt noch einmal deutlich erhöht. Chinesische Investoren schätzen deutsche industrielle Wertarbeit und Führungskompetenz“, sagt Jianxin Ren, Chairman von Chemchina.


Aktualisierte Marktübersicht über Spritzgießmaschinen-Baureihen

(Bildquelle: Arburg, Sumitomo (SHI) Demag, Witmann Battenfeld, Engel)

Marktübersicht Spritzgießmaschinen

Die Marktübersicht enthält die branchenrelevanten Spritzgießmaschinen, sortiert nach Einsatzbereichen, zu verarbeitendem Material und weiteren wesentlichen Kriterien. Zugleich bildet sie Entwicklungstrends der Maschinentechnik ab, wie das Verketten einzelner Produktionsschritte oder die immer mehr Komponenten betreffende Energieeffizienz. Auch Verarbeitungsverfahren wie das Schaumspritzgießen oder die Mehrkomponenten-Technik halten Einzug in die Technik der Spritzgießmaschinen und damit in diese Marktübersicht. Starten Sie den Vergleich und finden Sie das richtige Produkt.

Arbeitnehmervertreter optimistisch

Die Arbeitnehmervertreter und die IG Metall begrüßen den Börsengang. „Die weitere Verbesserung des Zugangs zum chinesischen Markt wird weiteres Wachstum schaffen, wodurch die bestehenden Arbeitsplätze in Deutschland und Europa gesichert werden“, sagt Peter Krahl, Betriebsratsvorsitzender des Spritzgießmaschinen-Herstellers. Auch die IG Metall steht der Entwicklung positiv gegenüber. „Krauss Maffei ist auf klarem Kurs unter neuer Eigentümerschaft.

Krauss Maffei ist seit April 2016 mehrheitlich im Besitz des chinesischen Chemiekonzerns Chemchina. Der chinesische Konzern bleibt auch nach dem Börsengang Mehrheitseigner. Der Unternehmenssitz soll nach wie vor in München bleiben.Das Unternehmen Qingdao Tianhua Institute of Chemistry Engineering ist aktuell unter dem Ticker-Symbol 600579.SS an der Börse in Shanghai gelistet. Der Handel der Unternehmensaktien wurde für die letzten fünf Monate bis zum vergangenen Wochenende, gemäß der chinesischen Regulierungsrichtlinien, ausgesetzt.

(dl)