Clariant erzielt 2014 fünf Prozent mehr Umsatz

Clariant Corporate Center in der Schweiz.
(Quelle: Clariant)

In einer gemeinsamen Erklärung sagten Peter Huntsman, Präsident und CEO von Huntsman, sowie Hariolf Kottmann, CEO von Clariant: „Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass der am 21. Mai 2017 vereinbarte Zusammenschluss unter Gleichen langfristig im besten Interesse aller unserer Aktionäre gewesen wäre. Angesichts des anhaltenden Aktienzukaufs des aktivistischen Investors White Tale Holdings und seiner Opposition gegen die Transaktion, die mittlerweile von weiteren Aktionären unterstützt wird, glauben wir jedoch, dass die Zustimmung einer Zweidrittel-Mehrheit der Clariant Aktionäre, die zur Genehmigung der Transaktion nach Schweizer Recht erforderlich wäre, zu unsicher ist.“

Der Investor White Tale, hinter dem Medienberichten zufolge der Hedge Fonds Corvex und die US-Industriefirma Standard Industries stehen, hatte seit Monaten gegen den Zusammenschluss opponiert. Am 27. Oktober wurde mitgeteilt, dass White Tale seinen Anteil an Clariant auf 20 Prozent erhöht hat.

„Unter diesen Umständen“, so die beiden Konzernchefs weiter, „und angesichts des hohen Masses an Beeinträchtigung und Unsicherheit, das dadurch für beide Unternehmen entstanden ist, haben wir gemeinsam beschlossen, den Fusionsvertrag aufzuheben. Dies wird beiden Unternehmen erlauben, sich wieder voll auf ihre jeweilige eigenständige Strategie zu konzentrieren, was im besten Interesse der Unternehmen und ihrer Aktionäre, Mitarbeitenden und anderer Interessengruppen ist.“

Der Aufhebungsvertrag sieht für keine der beiden Seiten eine Aufhebungszahlung vor. Somit vermeidet Clariant sowohl die Abbruchzahlung von 210 Mio. USD als auch die Strafzahlung von USD 60 Mio. USD bei Nichtzustimmung durch die Ausserordentliche Generalversammlung, wie es im Fusionsvertrag ursprünglich vereinbart worden war.

In der Zwischenzeit hat der White Tale weitere Forderung gestellt. Der Investor will drei Sitze im Verwaltungsrat des Schweizer Konzerns sowie eine Überprüfung der Firmenstrategie. Gemäß manager-magazin.de wird Clariant nach der geplatzten Fusion möglicherweise zum Übernahme-Kandidaten. Marktteilnehmern zufolge, so berichtet das Magazin weiter, könnte beispielsweise Evonik Industries an einer Übernahme von Unternehmensteilen interessiert sein. (rm)