Der Markt für faserversträrkte Kunststoffe wächst – in Deutschland sogar überdurchschnittlich stark. Das ergab eine Studie des Branchenverbandes AVK. Von diesem Trend profitiert auch die Leichtbau-Messe Composites Europe in Stuttgart.

Der Markt für faserverstärkte Kunststoffe wächst – in Deutschland sogar überdurchschnittlich stark. Das ergab eine Studie des Branchenverbandes AVK. Von diesem Trend profitiert auch die Leichtbau-Messe Composites Europe in Stuttgart. (Bildquelle: Reed)

Vor allem den Automobilbau, die Luftfahrt und das Bauwesen haben die Produktion von Faserverbundwerkstoffen gefördert. Im vergangenen Jahr stieg die Herstellungsmenge glasfaserverstärkter Kunststoffe (GFK) – der mit 95 Prozent Marktanteil nach wie vor größten Materialgruppe – um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland, dem größten Composites-Markt Europas, legte die Produktion mit drei Prozent leicht überdurchschnittlich zu. Insgesamt betrug die GFK-Herstellungsmenge rund 1,12 Mio. t, so das Ergebnis des Composites-Marktberichts 2017 des Branchenverbandes AVK.

Composites als Werkstoff und die gesamte mit ihr verbundene Industrie verfügen noch über enorme Potenziale, die sich vielfach erst noch zeigen werden“, so Dr. Elmar Witten, Geschäftsführer der AVK. Die Unternehmen blickten auf jeden Fall positiv in die Zukunft. Laut der aktuellen halbjährlichen Composites-Markterhebung in Deutschland geht nur 1Prozent von einem Rückgang des Engagements aus, dagegen rechnet fast die Hälfte der Befragten mit einem steigenden Engagement ihres Unternehmens im Composites-Bereich.

Composites Europe hält Ausstellerzahlen stabil

Diese Marktaussichten spiegelte auch die diesjährige Composites Europe wider, die als europäische Fachmesse im größten Markt den gesamten Fertigungsprozess vom Rohmaterial bis zum Halbzeug und fertigen Bauteil zeigt. Sie fand vom 19. bis 21. September 2017 in Stuttgart statt. Mit insgesamt 406 Ausstellern aus 28 Nationen und 8.342 Besuchern blieb die diesjährige Veranstaltung zwar leicht unter dem Vorjahresergebnis von 8.622 Besuchern, erreichte allerdings erneut eine hohe Internationalität:

40 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland. Der Schwerpunkt lag dabei auf Europa. Doch es gab auch Besucher, denen kein Weg zu weit war, um nach Stuttgart zu kommen – aus Brasilien beispielsweise, aus den USA und Kanada sowie aus Japan, Neuseeland und Südafrika. Insgesamt waren Besucher aus 63 Nationen auf der Messe. Dies bestätigt auch Dennis Baumann, Head of Global Sales, SGL Group: „Wir treffen hier Kunden aus Deutschland, Europa, aber auch aus den USA, China und Indien. Vieles ist in Bewegung, auch in Anwendungsbereichen wie der Bauindustrie und dem Maschinenbau.“

Leichtbau-Messe künftig immer in Stuttgart

Für Hans-Joachim Erbel, CEO des Veranstalters Reed Exhibitions, eine klare Bestätigung, dass die Entscheidung, die Composites Europe künftig jährlich in Stuttgart zu veranstalten, richtig war: „Die Nähe zur Automobilbranche und der Luft- und Raumfahrt als den Treibern der Composites-Industrie gibt der Messe einen zusätzlichen Schub.“ Bisher fand die Messe alternierend in Düsseldorf und Stuttgart statt.

Eine Entscheidung, die von den Ausstellern begrüßt wird, wie Michael Stahl, Director Corporate Marketing Communications von Hexion, betont: „Die Entscheidung pro Stuttgart war absolut richtig. Eine sehr hohe Besucherqualität, die spürbar höhere Nachfrage und gute Gespräche mit Kunden wie Mercedes und Airbus prägten den Messeverlauf.“

Dem schließt sich auch Estibalitz Arregi, Composites Unit Manager bei Fagor Arrasate aus Spanien an: „Stuttgart ist ein spannender Ort für uns, um unsere hauptsächlich im Ausland stattfindenden Geschäfte abzuwickeln. Darum planen wir auch nächstes Jahr wiederzukommen und das Networking zu vertiefen.“