Maschinenbau

VDMA rechnet mit starken Wachstum im Jahr 2018

14.09.2017 - Der Maschinenbau kann das Wachstumstempo halten, ist sich der VDMA sicher. Dafür spricht die derzeit hohe Auslastung der Branche. Daher geht der VDMA von einem realen Produktionswachstum von 3 Prozent im Jahr 2018 aus.
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Dr. Wiechers sieht den Maschinebau in Deutschland im Aufwind. (Bildquelle: VDMA)

Dr. Wiechers sieht den Maschinebau in Deutschland im Aufwind. (Bildquelle: VDMA)

„Wir sind hier auf einem sehr guten Weg. In den ersten sieben Monaten 2017 haben die Maschinen- und Anlagenbauer ein Produktionswachstum von 2,9 Prozent erreicht“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Noch mehr ist allerdings nicht drin, ist er sich sicher: „Politische und wirtschaftliche Krisen sowie weiter notwendige Strukturreformen verhindern eine deutlichere wirtschaftliche Erholung in vielen Ländern. Daher wird das Wachstum 2018 keine stärkere Dynamik erreichen, es wird sich lediglich regional verschieben.“

Deutscher Absatzmarkt kurz vor Nachfragesprung

Im größten Absatzmarkt Deutschland stehen die Zeichen für 2018 auf Expansion. Die Kapazitäten in der verarbeitenden Industrie sind inzwischen so stark ausgelastet, wie seit 2008 nicht mehr. Es mehren sich bei den Kunden die Klagen über Kapazitätsengpässe bei Maschinen und Anlagen. „Das sollte den dringend notwendigen Ausrüstungsinvestitionen endlich auf die Sprünge helfen“, meint Wiechers.

In den USA, dem größten Exportmarkt des deutschen Maschinenbaus, läuft die Konjunktur in diesem Jahr besser als im vergangenen. Die Ausrüstungsinvestitionen haben deutlich zugelegt, die deutschen Maschinenexporte in die USA sind im ersten Halbjahr nominal um 7 Prozent gewachsen. Im Jahr 2018 könnten die Investitionen laut VDMA angesichts gestiegener Absatz- und Ertragserwartungen noch ein wenig zulegen. „Allerdings gibt es in Bezug auf die künftige Regierungspolitik von US-Präsident Donald Trump nach wie vor mehr Unsicherheiten als Klarheiten. Deshalb gehen wir nicht von einer zusätzlichen Beschleunigung unserer Exporte aus, sondern allenfalls von einem weiterhin soliden Wachstum – vorausgesetzt, die immer wieder erhobenen protektionistischen Forderungen manifestieren sich nicht in konkretem Handeln“, sagt Wiechers.

Exportwachstum nach China nicht durchzuhalten

Der drittgrößte Einzelmarkt China sorgt ebenfalls im laufenden Jahr für ein hohes Wachstumstempo. Die Maschinenexporte sind im ersten Halbjahr nominal um 23 Prozent gewachsen. Dieses Tempo wird sich laut VDMA allerdings nicht halten lassen. Für 2018 rechnet der VDMA mit einem Zuwachs der Ausfuhren in prozentual mittlerer einstelliger Höhe. In Anbetracht der Größe des Marktes – 10 Prozent der deutschen Maschinenexporte oder knapp 8 Prozent der deutschen Produktion gehen nach China – kommt es hier also zu einem Dynamikverlust für die Gesamtkonjunktur im Maschinenbau in Deutschland, „der durch eine Steigerung beim Absatz in anderen Märkten kompensiert werden muss und wohl auch kann“, prognostiziert der Wiechers.

Die Exporte in die EU haben im ersten Halbjahr ebenfalls zugelegt. Das bisher ausgewiesene Plus von 2 Prozent könnte übertroffen werden, da es hier regelmäßig mit mehrmonatiger Verspätung zu umfangreichen Nachmeldungen kommt. Rückläufig waren zuletzt die Exporte nach Großbritannien (-4 Prozent im ersten Halbjahr). „Für 2018 rechnen wir für die meisten EU-Länder weiterhin mit Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich. Die Konjunktur hat in der EU deutlich an Fahrt gewonnen. Es gibt einen Nachholbedarf an Investitionen, gerade in der Euro-Zone. Der Auftragseingang aus den Euro-Partnerländern ist in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres mit einem Plus von 11 Prozent eindeutig auf Expansionskurs“, erläutert Wiechers.

Die Gruppe der Entwicklungs- und Schwellenländer (ohne China) wies im ersten Halbjahr 2017 ein Exportplus von nominal 5 Prozent auf. „Hier sehen wir 2018 für die meisten Länder weiterhin Wachstumspotenzial. Das gilt beispielsweise für Brasilien, Russland und Indien. Unklarer ist die Lage in der Türkei, in Mexiko und im Iran. Hier hängt vieles vom weiteren politischen Geschehen ab“, resümiert der VDMA-Chefvolkswirt.


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