Praxisdemonstration des Plasma-Verfahrens im Technikum in Niederzissen. (Bildquelle: Akro-Plastic)

Auf dem Kunststoff-Dia(hr)log: Praxisdemonstration des Plasma-Verfahrens  im Technikum in Niederzissen. (Bildquelle: Akro-Plastic)

In Vorträgen auf dem Kunststoff-Dia(hr)log bei Akro-Plastic in Niederzissen beleuchteten die Referenten die Zukunft der Automobilindustrie und welchen Beitrag die Kunststoffindustrie hierzu leisten kann und wird. Eines hat sich dabei als sicher herausgestellt: die Automobilindustrie befindet sich im Umbruch, denn die drei Hauptsäulen in diesem Bereich fallen weg, wie Prof. Dr. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management, Bergisch Gladbach, erläuterte. Dies ist zum einen der Verbrennungsmotor, der in der Zukunft immer mehr vom Elektromotor abgelöst wird. Zudem ist der Besitz eines Fahrzeugs bereits heute nicht mehr für jeden erstrebenswert und Konzepte wie das Carsharing, die rein auf die Nutzung ausgelegt sind, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Nicht zuletzt gehört das Fahren selbst bald der Vergangenheit an, denn autonome Systeme erobern nach und nach diese Industrie.

Der Kunststoff-Dia(hr)log prästentiert Verfahren und Werkstoffe

Bisher haben die OEMs die Spielregeln dieses Marktes bestimmt. Doch jetzt wird das Thema Mobilität auch von anderen Unternehmen, mehrheitlich aus dem Bereich „Big Data“ betrachtet und diese sind ebenbürtige, finanzstarke Partner. „Es sind nicht die Stärksten, die überleben, nicht die Intelligentesten, sondern die, die am schnellsten auf Veränderungen reagieren können“, schloss Prof. Dr. Bratzel frei nach Darwin seinen Vortrag ab. Die Adaption neuer Einflussgrößen scheint daher unausweichlich. Darauf zielte dann auch der nächste Themenblock ab. Zunächst stellte Edgar Düvel aus dem Hause Plasmatreat in Steinhagen die Plasma-Sealtight-Technologie von Seiten des Herstellers der Plasmaanlagen vor. Hierbei unterschied er in die beiden wichtigsten Anwendungsbereiche Composite-Technologie sowie Sealing-Technologie, für die das Verfahren geeignet ist. Im Anschluss erläuterte Thilo Stier, Bereichsleiter Innovation und Vertrieb den Anteil der Niederzissener an dieser Entwicklung, die in Kopperation von Plasmatreat und Akro-Plastic entstanden ist. Er stellte anhand ausgewählter Versuchsergebnisse die kunststofftechnischen Aspekte der Zusammenarbeit beider Unternehmen heraus.

An E-Mobility geht kein Weg vorbei

Der nächste Morgen begann mit einem Vortrag von Stephan Oberle von IMS Gear, Donaueschingen. Er stellte dem Auditorium vor, wie sich sein Unternehmen auf den Wandel in der Automobilindustrie einstellt, mit dem Fazit, dass Getriebe eine gute Symbiose mit der E-Mobilität eingehen. Im Anschluss referierte Dr. Philippe Tonneguzzo von der französischen Plastivaloire zum Thema Leichtbau. Herr Auerswald, Frimo Technology, Lotte, führte die Zuhörer in das Thema Fügetechnik mit verschiedenen Schweißverfahren ein. Im Anschluss stellte Dieter Kittel von Ejot in Oberschleißheim mit dem Thermischen Stoff-Schluss-Dom ein ausgereiftes System aus der Verbindungstechnik vor. Der letzte Vortrag näherte sich dem Thema E-Mobilität von Seiten der Produktionsstraßen. Johannes Strasser, Festo, Esslingen, betonte hier besonders den Einfluss asiatischer Batteriehersteller als die neuen wichtigsten Zulieferer in der Automobilindustrie.

Den nächsten Kunststoff-Dia(hr)log kündigte Leander Bergmann, Leitung Marketing von Akro-Plastic, für den 15. und 16. Mai 2018 an.