Die additive Fertigung für die Kleinserie zu etablieren, hat sich ein Verbundprojekt in NRW auf die Fahnen geschrieben. Ein Teilprojekt soll einen 3D-Drucker für 2 qm große Bauteile entwickeln. (Bildquelle: Wirtschaftsförderung Münster)

Die additive Fertigung für die Kleinserie zu etablieren, hat sich ein Verbundprojekt in NRW auf die Fahnen geschrieben. Ein Teilprojekt soll einen 3D-Drucker für 2 qm große Bauteile entwickeln. (Bildquelle: Wirtschaftsförderung Münster)

Das Projekt Smart Production, das das Netzwerk Oberfläche NRW (NRWO) mit Sitz in Münster, koordiniert will additive Verfahren für Kleinserien rentabel machen. Dazu teilen sich die Bemühungen in drei Teilprojekte auf. Das erste, „Additive Fertigung“, soll einen 3D-Drucker-Prototypen entwickeln, konstruieren und in Betrieb nehmen, der Bauteile mit einer Grundfläche von circa 2 m² additiv fertigen kann. Dazu kümmert sich das Teilprojekt zunächst um das Weiterentwickeln der Technik: „Das betrifft zum Beispiel einen Filament-Extruder mit integriertem Fördermengensensor, einen miniaturisierten und beweglichen Granulat-Extruder – insbesondere für elastische Materialien, die nur als Granulat vorliegen –, und Komponenten zur schnellen und genauen Positionierung des Druckkopfes im gesamten druckbaren Volumen“, erläutert NRWO-Geschäftsführer und Projektinitiator Martin Gründkemeyer. Auch Techniken, um den Prozess zu steuern, ist ein Entwicklungsschwerpunkt. Dies sei nötig, semi-kristalline Hochleistungs-Kunststoffe hochwertig zu verarbeiten.

Formprogrammierbares Tiefziehwerkzeug

Das Teilprojekt Fleximould erforscht ein thermoplastisches Umformverfahren, um Einzelstücke und Kleinserien zeit-, kosten- und ressourceneffizient herzustellen. „Gegenüber herkömmlichen Verfahren ist hier die aufwendige Herstellung einer neuen teilespezifischen Form nämlich nicht mehr erforderlich“, erklärt Gründkemeyer und ergänzt: „Es soll ein formprogrammierbarer Tiefziehwerkzeug-Prototyp mit einer praxisrelevanten Abmessung im Bereich von 1,5 bis zwei Quadratmetern entwickelt werden.“

Das dritte Teilprojekt Monitoring dreht sich um Analysemethoden zur zerstörungsfreien Schichtdickenmessung von Schutzlackierungen auf Kunststoffen und Faserverbundstoffen. „Die Partner analysieren und konkretisieren Messmethoden auf Basis von Terahertzstrahlung, die auch auf nicht-metallischen Untergründen anwendbar sind und ein wesentlich größeres Spektrum an Informationen bei der Untersuchung mehrlagiger Beschichtungen bieten“, erläutert Gründkemeyer. Zudem sollen am Ende ein echtzeitfähiger Algorithmus herauskommen, der sich in einen robotergestützten, automatisierten System einsetzen lässt.

(dl)


3D-Drucker: Maschinen und Geräte für die additive Fertigung

Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild