Impression von der Interpack 2014 (Bildquelle: Messe Duesseldorf)

Impression von der Interpack 2014 (Bildquelle: Messe Duesseldorf)

Die Interpack 2017 verzeichnet die höchste Ausstellernachfrage in ihrer über 55-jährigen Geschichte. Vom 04. bis 10. Mai 2017 werden etwa 2.700 Aussteller aus ca. 60 Ländern erwartet. Auch die parallel ausgerichtete Messe components, special trade fair by interpack, mit Angeboten der Zulieferindustrie für Verpackungstechnik ist voll belegt. In diesem Jahr rückt das Thema Industrie 4.0, das in Kooperation mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) realisiert wird, in den Fokus.

Die Sonderschau zeigt als Technik-Lounge am VDMA-Stand Anwendungsbeispiele von Lösungen aus dem Bereich Verpackungsmaschinen bzw. Prozesstechnologie, die neue Möglichkeiten in den Anwendungsfeldern Sicherheit, Rückverfolgbarkeit, Kopier- bzw. Plagiatsschutz und individualisierte Verpackungen bieten.

Innovationparc und Components

Das Thema Save Food ist auch zur Interpack 2017 wieder präsent. Die Sonderschau „innovationparc“ zeigt Verpackungskonzepte und -lösungen, die Lebensmittelverluste und -verschwendung reduzieren helfen können. Der Innovationparc findet zwischen den Hallen 2 und 3 statt.

Auf der parallel verlaufenden Spezial-Messe components stellen hundert Unternehmen der Zulieferindustrie, also solche mit Angeboten aus den Bereichen Antriebs-, Steuer- und Sensortechnik, Produkte zur industriellen Bildverarbeitung, Handhabungstechnik sowie von sonstigen (Maschinen-)Komponenten, aus.


Impressionen von der Interpack 2014

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Verpackungswerkstoffe

Der Kunststoff-Anbieter Bio-Fed stellt in diesem Jahr erstmalig auf der Interpack aus. Als Zweigniederlassung der Akro-Plastic setzt das in Köln ansässige Unternehmen dabei besonders auf die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen auf dem französischen Markt. Das neue Energiewendegesetz in Frankreich brachte zum 1.1.2017 unter anderem ein Verbot von konventionellen Plastiktüten für Obst und Gemüse sowie Folienverpackungen für Postsendungen.

Diese müssen künftig biobasiert und auf dem heimischen Kompost abbaubar sein. Für den französischen Markt bietet das Unternehmen die Extrusionstypen M·Vera B5024 und B5025 mit hohem biobasierten Rohstoffanteil. Diese Produkte sind heimkompostierbar sowie hochtransparent und eignen sich daher optimal für Obst- oder Gemüseknotenbeutel. Zudem wird das Kölner Unternehmen seine neuen biologisch abbaubaren Spritzgusstypen vorstellen. Der Messestand von Bio-Fed befindet sich in Halle 9/G05.

Heimkompostierbar, dünn und dennoch reißfest sowie bis zu 40 % biobasiert – mit diesen Eigenschaften können zum  Beispiel Obst- und Gemüsebeutel aus den neuen Bio- Compounds  sogar die strengen Forderungen des französischen Energiewendegesetzes erfüllen.
(Bildquelle: FKuR)

Heimkompostierbar, dünn und dennoch reißfest sowie bis zu 40 % biobasiert – mit diesen Eigenschaften können zum Beispiel Obst- und Gemüsebeutel aus den neuen Bio- Compounds sogar die strengen Forderungen des französischen Energiewendegesetzes erfüllen.
(Bildquelle: FKuR)

Auch der Biokunststoffspezialist FKuR präsentiert in Halle 9 am Stand F14 seine neuen Werkstoffentwicklungen. Die Bioflex Compounds eignen sich zur Herstellung dünnwandiger Folien, die bei den geringen und wechselnden Temperaturen im Gartenkompost vollständig biologisch abbauen.

Das belgische Unternehmen Vinçotte hat für diese Typen das ,OK Compost Home‘ Zertifikat erteilt. Darüber hinaus erfüllen die meisten von ihnen auch die Vorgaben des Artikels 75 des neuen französischen Energiewende-Gesetzes (Loi sur la transition énergétique).

Das Produktprogramm umfasst derzeit die transluzenten Typen Bio-Flex FX 1803 (30 % biobasiert) sowie F 1804 und F 1814 (beide 40 % biobasiert), wobei der Typ F 1814 eine erhöhte Weiterreißfestigkeit bietet. Die Typen Bio-Flex FX 1821 (10 % biobasiert), FX 1823 (30 % biobasiert) und FX 1824 (40 % biobasiert) sind opak. Die transluzenten Typen bieten eine herausragende Kontakttransparenz.

Damit eignen sie sich unter anderem zum Verpacken von Waren mit aufgedrucktem IR-Code sowie als optisch attraktive Umverpackung für Drucksachen aller Art. Die opaken Typen weisen eine sehr gute Weiterreißfestigkeit und Zähigkeit auf.

 

 

Sauerstoff absorbieren statt abgrenzen

Der Clou liegt im
Innenleben der Box. Die sauerstoffabsorbierende Beutel-Folie in der Bag-in-Box-Weinverpackungen sorgt dafür, dass der Wein länger haltbar ist, trotz reduzierter Schwefel-Konzentration. (Quelle: Albis)

Albis Plastic präsentiert auf der diesjährigen Messe (Halle 7, Ebene 1 / A08) ‚Active-Packaging‘ Lösungen für flexible Folienanwendungen wie Bag-in-Box (BIB) Verpackungen für Wein. Ziel der Entwicklung ist es, durch die Kombination von EVOH und Shelfplus die Metallisierung in Verpackungen bei mindestens gleicher oder besserer Haltbarkeit zu ersetzen – und das bei einem geringeren Carbon Footprint.

Fügt man existierenden BIB-Folien Shelfplus O2 zu, kann die Oxidation des abgefüllten Produktes, je nach Lager- und Abfüllbedingung, um bis zu 50% verzögert werden. Neben BIB-Applikationen verbessert das Additiv nun auch in Standbodenbeuteln die Haltbarkeit des abgefüllten Produktes. Hierzu hat auch die größer werdende Diskussion um das Recycling von Verpackungen beigetragen. Der Zusatz kann in Kombination mit EVOH oder SiOx- und AlOx-Beschichtungen deutlich verbesserten Sauerstoffschutz bieten.

 

 

Thermoformen und Extrusionsblasformen

Die Form-, Füll- und Schließmaschine FSL 48 ermöglicht das hygienische Abfüllen und Verpacken insbesondere von Molkereiprodukten bei zugleich brillanter IML-Dekoration der thermogeformten Becher unterschiedlichster Geometrie.
(Bildquelle: Illig)

Die Form-, Füll- und Schließmaschine FSL 48 ermöglicht das hygienische Abfüllen und Verpacken insbesondere von Molkereiprodukten bei zugleich brillanter IML-Dekoration der thermogeformten Becher unterschiedlichster Geometrie.
(Bildquelle: Illig)

 

Illig zeigt am Stand Halle 6 / E 02 mit Live-Vorführungen die Fertigung von Rechteck-Bechern aus Polypropylen auf der IML-T-Produktionslinie IC-RDM 70K, Formfläche 680 mm x 300 mm, zusammen mit der kompakten IML-Einheit RDML 70b. Das eingesetzte 18-fach-Werkzeug produziert gleichzeitig drei unterschiedliche Dekore mit einem stündlichen Ausstoß von 17.280 Bechern.

Diese werden direkt beim Formen auf allen vier Seitenwänden und auf dem Becherboden in brillanter Fotoqualität dekoriert. Der Anlagenbauer bietet das IML-T mit allen dafür notwendigen, optimal aufeinander abgestimmten Technologiemodulen komplett aus einer Hand. Umgesetzt werden auch IML-T-Anlagen integriert in Form-, Füll- und Schließanlagen (FSL-Anlagen) zur sauberen und hygienischen Produktion speziell in der Molkereiindustrie.

Der Anbieter von Extrusions-Blasformanlagen Bekum stellt in Halle 5 am Stand D37 die neuesten Trends und Produktionsverfahren für extrusionsgeblasene Verpackungen in den Mittelpunkt des Messeauftritts. Kernaussage sind die aktuellen Maschinen- und Anlagenlösungen für die wirtschaftliche und ökologische Produktion von Flaschen, Behältern, Kanistern, Fässern und IBC aus Kunststoff. Im Fokus auf der Materialseite liegen dabei drei Ansätze: Neu entwickelte EPET-IV-Materialien, die Verarbeitung von Calciumcarbonat (Kreide) und ressourcenschonende Recycling-Materialien. Als weiteres Highlight wird die Wendelverteilerblaskopf-Technologie zur Steigerung der Performance in den Mittelpunkt des Messeauftritts gestellt.

Windmöller & Hölscher zeigt seine Entwicklungen in Halle 15 am Stand C41. Zu den Exponaten gehört eine Maschine mit integriertem Datenaustausch entlang der gesamten Prozesskette. Diese kann die Bestleistung der bewährten FFS-Linien des Anbieters noch steigern – was die ausgestellte Topas Linie auf dem Messestand zeigen wird. Zudem bietet das richtige Sackkonzept, einen Wettbewerbsvorteil bei Preis, Qualität und Effizienz.

Kennzeichnungslösungen

Die Kennzeichnungstechnologie von Rea Jet wird mit einem Kawasaki Roboter in einer Anlage kombiniert. Produkte werden per Tinte, Laser oder Etikett mit 1D und 2D Codes, Logos und Text markiert. Optional übernimmt ein Prüfgerät von Rea Verifier die inline Qualitätskontrolle der Codes. Die individuelle Codierung von Waren macht diese zu global rückverfolgbaren Unikaten und ist daher eine wichtige Voraussetzung für die Optimierung der Logistik. Das Unternehmen präsentiert sich in Halle 11 am Stand E30.

Leibinger präsentiert auf der Messe die Modelle seiner Jet3up- und Jet2neo-Druckerserien, die sich für die Verpackungsbranche besonders eignen. So verfügt der Jet3up Pro über die Schutzklasse IP65 und ist damit optimal für die Verpackungskennzeichnung von Lebensmitteln in einem nassen oder staubigen Produktionsumfeld geeignet. Die Markierung von dunklen Verpackungen mit weißen oder hellen Tinten lässt sich zuverlässig mit dem Jet3up PI umsetzen und bei sehr schnellen Produktionsgeschwindigkeiten bis zu 1000 m/min ist der Jet3up Rapid die passende Lösung.

 

 

Dr. Etwina Gandert

Über den Autor

Dr. Etwina Gandert

ist Redakteurin Plastverarbeiter.

etwina.gandert@huethig.de