Leichter und energiesparend verarbeiten

Laborgebäude des Konzerns am Produktionsstandort Burghausen. Die Fassade des neuen Gebäudeflügels (rechts) ist mit Aluminiumverbundplatten verkleidet. (Bildquelle: Wacker Chemie)

Ausschlaggebend für dieses Plus waren höhere Absatzmengen. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) summierte sich im Geschäftsjahr 2016 auf 1.101,4 Mio. EUR (2015: 1.048,8 Mio. EUR).

Das entspricht einer EBITDA-Marge von 20,4 Prozent (2015: 19,8 Prozent). Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 EUR (2015: 2,00 EUR) je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2016 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 99,4 Mio. EUR.

Wacker Konzern-Ergebnis um 22 Prozent niedriger als im Vorjahr

Obwohl die Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden aus der Solarindustrie deutlich geringer waren als im Jahr 2015, lag das EBITDA um 5 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Das EBITDA beläuft sich auf 1.081,1 Mio. EUR (2015: 911,2 Mio. EUR). Das ist ein Zuwachs von rund 19 Prozent. Das EBIT 2016 ist mit 366,2 Mio. EUR (2015: 473,4 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent zurückgegangen. Unter dem Strich hat Wacker das Geschäftsjahr 2016 mit einem Konzernergebnis von 189,3 Mio. EUR (2015: 241,8 Mio. EUR) abgeschlossen. Das sind rund 22 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Trotz hoher Rohstoffpreise gute Geschäftsentwicklung in 2017 erwartet

Wacker will 2017 trotz der voraussichtlich höheren Rohstoffpreise an seine gute Geschäftsentwicklung anknüpfen. Im Gesamtjahr will das Unternehmen seinen Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres hat sich das Geschäft positiv entwickelt. Die Zwei-Monats-Umsätze liegen sowohl im Chemiegeschäft als auch bei Siltronic und Wacker Polysilicon klar über den jeweiligen Vorjahreswerten. Insgesamt wird Wacker im 1. Quartal 2017 voraussichtlich einen Konzernumsatz von etwa 1,4 Mrd. EUR (Q1 2016: 1,31 Mrd. EUR) erwirtschaften.

Hoher Absatz von Wafern

Zusätzlich zu höheren Absatzmengen verzeichnet der Konzern vor allem bei Halbleiterwafern derzeit bessere Preise als vor einem Jahr. Aus diesem Grund erwartet das Unternehmen, dass das EBITDA des Konzerns im 1. Quartal 2017 deutlich zunehmen wird.

„Wacker ist in einer sehr guten Verfassung“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Dienstag in München. „Wir erwarten steigende Absatzmengen in allen Geschäftsbereichen. Die für unser Geschäft bedeutenden Branchen werden sich 2017 weitgehend positiv entwickeln. Darum trauen wir uns beim Umsatz prozentual einen etwas höheren Anstieg zu als im Vorjahr. Gegenwind bekommen wir allerdings von den Rohstoffpreisen. Sie ziehen momentan deutlich an. Das könnte sich auf das Ergebnis auswirken. Sollten sich allerdings die derzeitigen Marktbedingungen im Jahresverlauf unverändert fortsetzen, so sehen wir durchaus noch weiteres Aufwärtspotenzial für das EBITDA – über unsere aktuellen Erwartungen hinaus.“

Investitionen halbiert

Die Investitionen des Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf 427,6 Mio. EUR (2015: 834,0 Mio. EUR). Sie haben sich damit wie erwartet gegenüber dem Vorjahr in etwa halbiert.

Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit war im vergangenen Jahr noch die Fertigstellung des neuen Polysiliciumstandorts Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Weiterer Schwerpunkt der Investitionstätigkeit war im Jahr 2016 der Ausbau der Kapazitäten für die Herstellung von Fertigproduktenm wie Cyclodextrine. Am Standort Burghausen wurde in die Produktion von funktionellen Siliconölen rund 25 Mio. EUR investiert.

Mit weiteren Investitionsprojekten hat Wacker im Jahr 2016 begonnen. Dazu zählen neue Anlagen für Siliconprodukte an den Standorten Jincheon (Südkorea) und Jandira (Brasilien). In Burghausen errichtet Wacker derzeit einen neuen Reaktor für polymere Dispersionen und erweitert eine Anlage für hydrophobe Kieselsäurespezialitäten.

Weltweit mehr als 17.000 Mitarbeiter

Steigende Umsätze in den Chemiebereichen und die Inbetriebnahme des neuen Standorts Charleston in Tennessee haben die Beschäftigung im Konzern erhöht. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im Geschäftsjahr 2016 um rund 230. Zum 31. Dezember 2016 waren weltweit 17.205 Mitarbeiter (31.12.2015: 16.972 Mitarbeiter) beschäftigt. An den deutschen Standorten von Wacker arbeiteten zum Stichtag 12.138 Mitarbeiter (2015: 12.251), im Ausland waren es 5.067 (2015: 4.721).

Weniger Netto-Cashflow und geringere Eigenkapitalquote

Der Netto-Cashflow des Konzerns belief sich auf 400,6 Mio. EUR (2015: 22,5 Mio. EUR). Die erheblich niedrigeren Investitionen sind der wesentliche Grund für diesen starken Anstieg. Die Bilanzsumme des Wacker-Konzerns hat sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 200 Mio. EUR erhöht und lag zum 31. Dezember 2016 bei 7,46 Mrd. EUR (31.12.2015: 7,26 Mrd. EUR).  Das Eigenkapital des Konzerns belief sich zum Bilanzstichtag auf rund 2,59 Mrd. EUR (31.12.2015: 2,80 Mrd. EUR). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 34,8 Prozent (31.12.2015: 38,5 Prozent).

 


Die Top 10 der deutschen chemischen Industrie

Um zu sehen, wer die größten unter den deutschen Chemieriesen sind, klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. Die Rangfolge basiert auf dem Jahresumsatz der Unternehmen für das Jahr 2015 (Quelle: VCI).

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Geschäftsbereiche im Überblick

Eckdaten zum Geschäftsbericht 2016 von Wacker. (BIldquelle: Wacker)

Eckdaten zum Geschäftsbericht 2016 von Wacker. (BIldquelle: Wacker)

Der Umsatz im Geschäftsbereich Wacker Silicones hat im Jahr 2016 erstmals die Marke von 2 Mrd. EUR überschritten. Er erhöhte sich auf 2,00 Mrd. EUR (2015: 1,94 Mrd. EUR). Der Grund für diesen Anstieg um 3 Prozent sind in erster Linie höhere Absatzmengen bei etwas niedrigeren Preisen.

Der Umsatz von Wacker Polymers hat 2016 leicht zugelegt. Er erhöhte sich um 1 Prozent auf rund 1.20 Mrd. EUR (2015: 1,19 Mrd. EUR). Verantwortlich dafür sind höhere Absatzmengen bei Dispersionen und Dispersionspulver. Gegenläufig wirkten sich niedrigere Preise aus. Das EBITDA ist mit 261,0 Mio. EUR (2015: 222,2 Mio. EUR) um rund 17 Prozent gewachsen.

Positiv entwickelt hat sich auch der Umsatz im Geschäftsbereich Wacker Biosolutions. Er stieg im Jahr 2016 um rund 5 Prozent auf 206,4 Mio. EUR (2015: 197,1 Mio. EUR). Der Umsatz von Wacker Polysilicon ist im Geschäftsjahr 2016 leicht gestiegen. Er erhöhte sich um 3 Prozent auf rund 1,10 Mrd. EUR (2015: 1,06 Mrd. EUR). Dafür verantwortlich sind deutlich höhere Absatzmengen trotz niedrigerer Durchschnittspreise für Solarsilicium. Mit über 66.000 Tonnen (2015: 56.000 Tonnen) hat der Geschäftsbereich im vergangenen Jahr mehr Polysilicium verkauft als im Vorjahr.

Dennoch ist das EBITDA ist mit 285,9 Mio. EUR (2015: 402,4 Mio. EUR) um 29 Prozent unter dem Vorjahr geblieben. Wesentlich für diesen Rückgang waren niedrigere Durchschnittspreise, Anlaufkosten für das Hochfahren der Produktionsanlagen am neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee sowie die deutlich geringeren Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden. Diese Sondererträge beliefen sich 2016 auf 20,3 Mio. EUR (2015: 137,6 Mio. EUR).

Siltronic hat 2016 einen Umsatz auf Vorjahresniveau erzielt. Er belief sich auf 933,4 Mio. EUR (2015: 931,3 Mio. EUR).

Ausblick in unsichere Zeiten

Die Weltwirtschaft befindet sich nach Einschätzungen der Konjunkturforscher auf einem moderaten Wachstumskurs. Die Prognosen sind allerdings von einer hohen Unsicherheit gekennzeichnet.

In seinem Chemiegeschäft sieht Wacker für 2017 gute Chancen für weiteres Wachstum. Die Umsätze in allen drei Chemiebereichen sollen weiter steigen. Bei Wacker Silicones und Wacker Polymers wird das Umsatzplus voraussichtlich im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen und von allen Geschäftseinheiten getragen. Wacker Biosolutions erwartet einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Das EBITDA von Wacker Silicones soll sich bei teilweise steigenden Rohstoffpreisen gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhen. Wacker Polymers geht wegen voraussichtlich deutlich steigender Rohstoffpreise von einem deutlichen Rückgang des EBITDA gegenüber dem Vorjahr aus, wobei die EBITDA-Marge des Bereichs die Zielmarge von 16 Prozent für die Chemiebereiche von Wacker übertreffen wird.

In seinem Polysiliciumgeschäft erwartet Wacker für das Jahr 2017 weiteres Mengenwachstum. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Photovoltaikmarkt sein Wachstum weiter fortsetzen wird. Auf Grund der im Jahresvergleich niedrigeren Durchschnittspreise für Solarsilicium erwartet Wacker Polysilicon aber trotz des Mengenwachstums nur einen Umsatz auf Vorjahresniveau. In seinem Halbleitergeschäft geht Wacker von einem Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich aus. Siltronic erwartet, dass der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr bei mindestens 1 Mrd. EUR liegen wird.

Insgesamt erwartet Wacker im Geschäftsjahr 2017 beim Konzernumsatz ein Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA soll auf vergleichbarer Basis, das heißt ohne Berücksichtigung von Sondererträgen, auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Die EBITDA-Marge wird wegen insgesamt niedrigerer Preise für die eigenen Produkte und steigender Rohstoffpreise leicht unter Vorjahr erwartet. Die Investitionen werden mit rund 450 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr leicht steigen. Das Konzernergebnis wird auf Vorjahresniveau erwartet. Der Netto-Cashflow soll deutlich positiv sein und in der Größenordnung des Vorjahres liegen. Die Nettofinanzschulden werden deutlich sinken.

 

[ega]