Das Implantat ist eine Art intramedullärer Nagel, der in den zuvor durchtrennten Knochen eingesetzt wird. Während der mehrmonatigen Behandlung fährt er unter dem Einfluss elektromagnetischer Strahlung in kleinen Schritten von 0,5 Millimeter wie ein Teleskop auseinander. (Bildquelle: Evonik, Synoste)

Das Implantat ist eine Art intramedullärer Nagel, der in den zuvor durchtrennten Knochen eingesetzt wird. Während der mehrmonatigen Behandlung fährt er unter dem Einfluss elektromagnetischer Strahlung in kleinen Schritten von 0,5 Millimeter wie ein Teleskop auseinander. (Bildquelle: Evonik, Synoste)

Das 2012 gegründete Unternehmen Synoste Oy ist ein Spin-off der Aalto-Universität in Espoo, Finnland. Zusammen mit der orthopädischen Spezialklinik Orton in Helsinki hat das Unternehmen ein Hightech-Implantat entwickelt, mit dem sich minimal invasiv Beinlängendifferenzen behandeln lassen, die langfristig zu chronischen Rückenschmerzen und Arthrose führen. Dabei wird der Knochen des kürzeren Beins über mehrere Monate hinweg schonend verlängert. Für die Patienten verspricht das Implantat im Vergleich zu etablierten Methoden eine einfachere Therapie, die weniger Schmerzen verursacht und weniger Risiken birgt.  „Medizintechnik ist eines der strategischen Wachstumsfelder von Evonik“, sagt Bernhard Mohr, Leiter Venture Capital bei Evonik. Gleichzeitig verfügen wir über eine herausragende Materialkompetenz bei Hochleistungskunststoffen. Deshalb passt Synoste hervorragend zu Evonik.“

Das Start-up wird das Implantat voraussichtlich 2017 unter dem Namen Nitinail auf den Markt bringen. Aktuell wird das CE-Zulassungsverfahren für das Produkt vorbereitet, das Voraussetzung für den Verkauf medizintechnischer Anwendungen in Europa ist.  „Wir freuen uns, dass wir mit Evonik einen strategischen Partner gewonnen haben, der uns in dieser wichtigen Phase mit seiner Materialkompetenz unterstützt“, betont Harri Hallila, CEO und Mitbegründer von Synoste.

Harri Hallila , CEO Synoste (Bildquelle: Evonik, Synoste)

Harri Hallila , CEO Synoste (Bildquelle: Evonik, Synoste)

Mit den Mitteln aus der aktuellen Finanzierungsrunde will das Start-up vor allem weitere klinische Tests vorantreiben. Den Standort Düsseldorf will das Unternehmen aufgrund der guten Infrastruktur und Lage als europäisches Vertriebszentrum ausbauen. Aktuell sind neun Mitarbeiter beschäftigt.

Bei der Fertigung des Implantats soll auch Vestapeek zum Einsatz kommen, ein Hochleistungskunststoff von Evonik, der sich aufgrund seiner guten mechanischen Eigenschaften und seiner Bioverträglichkeit in der Implantat-, Dental- und Medizintechnik etabliert hat.  „Durch die Beteiligung an Synoste wollen wir eine neue, sehr innovative Anwendung für Vestapeek PEEK erschließen und unser Geschäft und unsere Kompetenzen im Bereich Medizintechnik weiter entwickeln“, sagt Matthias Kottenhahn, der bei Evonik das Geschäftsgebiet High Performance Polymers leitet. Potenzial bietet die Implantattechnologie von SynosteE nicht nur bei der Beinverlängerung, sondern auch bei Fehlbildungen an Armen, Fingern, Zehen und der Wirbelsäule sowie in der Schädel-, Gesichts- und Kieferchirurgie.   „Wir freuen uns sehr über dieses weitere gemeinsame Investment mit unserem Fondsinvestor Evonik“, betont Michael Brandkamp, Geschäftsführer des Seedinvestors High-Tech Gründerfonds. „Es ist Ausweis unserer guten Zusammenarbeit und zeigt exemplarisch auch den möglichen Mehrwert von Fondsinvestments für unsere Investoren.“

 

[ega]