Extrudermotoren und Vakuumpumpen in Kalibriertischen benötigen den größten Teil der Energie einer Extrusionsanlage. Das von Greiner Extrusion entwickelte Greiner Energy Saving System (Gess) setzt daher am Kalibriertisch an, wo es das Vakuumniveau in den Trockenkalibrierungen und Wassertanks automatisch und bedarfsgerecht regelt. Die Vakuumpumpen für die Kalibriertische sind untereinander verbunden. Je nach Bedarf können einzelne Vakuumpumpen automatisch zu- und weggeschaltet werde. Für die Tankabsaugung werden über Frequenzumformer geregelte Seitenkanalverdichter eingesetzt. Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen gehören damit der Vergangenheit an. Beim Energieverbrauch kann so bei neuen, aber auch bei bestehenden Maschinen – auch anderer Hersteller – eine Einsparung um bis zu 80 Prozent und mehr realisiert werden. Seit Jahren spielt das Thema Energieeffizienz beim österreichischen Extrusionsspezialisten eine große Rolle. Schritt für Schritt setzt das Unternehmen Projekte in diesem Bereich um. Die Entwicklung des Systems, bei dem Werkzeug-, Prozess- und Maschinenkompetenz intelligent verbunden werden konnten, ist ein erster Erfolg, unter anderem der veränderten Organisation. Das Unternehmen hat die Entscheidung, Extrusionsmaschinen von einem externen Partner zu beziehen, revidiert und die Maschinenbaukompetenz nun wieder ins Unternehmen geholt. Anfang 2011 hat der neu gegründete Maschinenbau die Herstellung von Extrusionsmaschinen in Tschechien und Österreich aufgenommen. Ziel dabei war unter anderem, Innovationen im Bereich Extrusionsmaschinen schneller umzusetzen.
In den Langzeittests wurden die positiven Auswirkungen des Energiesparsystems bestätigt. Joachim Haslinger, verantwortlicher Produktmanager, Greiner Extrusion, sieht die Entwicklungsziele erreicht: „Durch die bedarfsgerechte Regelung der verwendeten Vakuumpumpen werden diese mit deutlich geringerer Drehzahl betrieben. Der Bedarf an lärmintensiver Falschluftzufuhr wird eliminiert. Der Lärmpegel der gesamten Extrusionslinie wird so wesentlich reduziert. Ein Arbeiten in der Produktionshalle ist damit entspannter, gesünder und letztendlich sicherer.”

Was bringt das Energiesparsystem?

Es sind vier Hauptaspekte, die sich positiv für den Verarbeiter auswirken sollen:

  • Energieeinsparung: Der Energieverbrauch kann um bis zu 80 Prozent und mehr reduziert werden.
  • Niedriger Geräuschpegel in der Produktion: Durch die bedarfsgerechte Regelung der verwendeten Vakuumpumpen werden diese mit deutlich geringerer Drehzahl betrieben. Der Bedarf an lärmintensiver Falschluftzufuhr wird eliminiert. Der Lärmpegel der gesamten Extrusionslinie wird reduziert.
  • Schnelles Anfahren der Profile: Der Einsatz mehrerer Pumpen und des Seitenkanalverdichters erzeugt einen sehr hohen Volumenstrom. Dieser sorgt in Zusammenspiel mit der automatischen Vakuumregelung für einen schnellen und kostenoptimierten Anfahrprozess.
  • Einfache und kostengünstige Ersatzteilbeschaffung durch Verwendung bewährter Standardkomponenten.

Konkrete Ergebnisse in Zahlen

Bei einem Werkzeug eines englischen Proflherstellers konnte der Energieverbrauch am Kalibriertisch von 25,8 kW auf 3,9 kW gesenkt werden. Das entspricht einer Reduzierung um knapp 85%. Bei einem angenommenen Strompreis von 10,8 Cent/kWh und einer Produktionsdauer von 6.500 Stunden pro Jahr ergibt das eine Minderung der Energiekosten des Kalibriertisches von 18.100,- € auf rund 2.700,- €. Dies ergibt eine Einsparung von 15.400,- € pro Linie und Jahr. Je nach Ausführungsvariante des Energiesparsystems liegt die Amortisationszeit bei einem bis maximal zwei Jahren. Messungen zeigten außerdem eine Reduktion des Gesamtgeräuschpegels der Extrusionslinie von etwa 10 dB. Dies scheint per se wenig, für die Mitarbeiter in der Produktionshalle ist diese Lärmminderung jedoch deutlich. Denn bei dem hohen Lärmpegel einer Extrusionslinie ist jedes Dezibel, um das die Geräuschbelastung reduziert werden kann, maßgebend.

Kosteneffizienz
Energiesparsystem für die Profil-Extrusion

Das nachrüstbare Energiesparsystem Gess sorgt durch ein ausgeklügeltes Vakuumkonzept am Kalibriertisch für geringere Energiekosten. Gleichzeitig wird der Anfahrprozess beschleunigt, was zu Materialeinsparungen aufgrund geringerem Ausschuß führt. Für die Mitarbeiter zusätzlich positiv ist die reduzierte Lärmbelastung.

Kostenloser Test
Prüfen auf Herz und Nieren

Das Energiesparsystem ist in zwei Ausführungen verfügbar: als Einbau- sowie als Anbausystem. Bis Jahresende wird es kostenlos zum Testen in Nußbach, Österreich, angeboten. Das Anbausystem kann auch beim Verarbeiter getestet werden.

Über den Autor

Melanie Grill, Marketing, Greiner Extrusion