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Es kommt dabei primär nicht darauf an, wie zufrieden die Mitarbeiter oder wie stark sie an den Arbeitgeber gebunden sind (siehe Plastverarbeiter-Index Juni). Vielmehr werden Mitarbeiter „nach außen gerichtet“ zum Erfolgsfaktor, wenn sie motiviert sind, mit ihrer Arbeitskraft und ihrem Know-how beste Leistungen zu erbringen. Doch wie kann man feststellen, wie motiviert die Mitarbeiter sind und was kann man tun, um ihre Motivation zu steigern?

Einfach nach der Mitarbeitermotivation zu fragen, hilft da nicht. Für ein aussagekräftiges Ergebnis wird im Rahmen der ExBa-Forschung ein forum!-Mitarbeitermotivationsindex mit einer Skala von 0 (keine Motivation) bis 100 (maximale Motivation) ermittelt. In diesen fließen vier Indikatoren ein (siehe Abb.). Einer erfragt z. B., ob man bei seiner Arbeit von permanentem Leistungswillen getrieben ist, also ständig mehr leistet, als erwartet wird. Bei einem anderen Motivationsindikator wird das sogenannte Flow-Erlebnis mit einbezogen, womit gemeint ist, dass man bei seiner Arbeit die Zeit vergisst. Jedes Jahr werden so 500 Arbeitnehmer für die ExBa Mitarbeiter-Studie nach ihrer Motivation befragt. Sie liegt im Jahr 2009 bei 73 Punkten und damit eher auf durchschnittlichem Niveau. Mitarbeiter aus kleineren Unternehmen sind stärker motiviert, mit wachsender Unternehmensgröße sinkt tendenziell die Motivation. Dies kann unter anderem mit einer schlechteren Kommunikationsstruktur in großen Unternehmen begründet werden. In kleineren Unternehmen wird vielleicht auch die Vision besser dargestellt und die Mitarbeiter wissen eher, für welches Ziel sie arbeiten. Das sind nämlich alles Faktoren, die die Motivation entscheidend beeinflussen. Die ExBa-Studie belegt nämlich auch, dass Motivation nicht nur ein individuelles Persönlichkeitsmerkmal eines Mitarbeiters ist, sondern dass sie durchaus beeinflussbar ist. Die Antriebskräfte für diese sogenannte extrinsische Mitarbeitermotivation liegen zum einen auf der menschlichen Ebene, nämlich beim Vorgesetzten und beim Team, in dem man arbeitet. Zum anderen finden sie sich in strukturellen Bedingungen, allen voran der Kommunikation, der Perspektive und den Identifikationsmöglichkeiten. An beiden Stellschrauben kann und muss gedreht werden. Denn Mitarbeiter mit einer hohen Motivation zeichnen sich durch eine besonders hohe Kundenorientierung aus, was sich auf die Kundenbegeisterung und -loyalität auswirkt – und damit den wirtschaftlichen Erfolg steigert.

INDEX im August: Warum Kundenorientierung der Mitarbeiter so wichtig ist