MEDIZINTECHNIK Bei der Transplantation eines Fremdorgans stellen auch Abstoßungsreaktionen ein großes Problem dar. Aus diesem Grund müssen die Entwicklung und der Einsatz künstlicher Organe verstärkt werden. Größte Schwierigkeiten bestehen bis heute im Bereich des Dünndarmersatzes. Zum einen existieren keine Wartelisten für Dünndärme und zum anderen gibt es bisher keine zufrieden stellenden Techniken für deren Ersatz. Dies liegt vor allem an den hohen Anforderungen an das Implantat, die sich unter anderem in der Gewährleistung der peristaltischen Bewegung des Dünndarms zeigen. Es ist daher das Ziel eines interdisziplinären Forschungsprojekts ein teilresorbierbares Implantat für einen Dünndarmersatz zu entwickeln. Das Implantat soll aus einem nicht resorbierbaren textilen Gerüst bestehen, welches den sich neu bildenden Dünndarm dauerhaft unterstützt. Da das textile Gerüst nicht dicht ist, soll dieses mit einem resorbierbaren Polymer überzogen werden, um den Austritt von Darmflüssigkeit und Bakterien zu verhindern. Nach erfolgter Regeneration des Dünndarms degradiert der Kunststoff vollständig und nur das Textil bleibt als unterstützende Langzeit-Komponente erhalten. Für die zu entwickelnde Verbundstruktur wurden zunächst geeignete Polymere identifiziert. Diese werden nun am IKV auf ihre Eignung hinsichtlich des dynamischen Verhaltens und der Dichtheit in Abhängigkeit der Polymerdegradation untersucht. Die Fertigung des textilen Langzeitträgers erfolgt am Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen. Das Textil wird anschließend am IKV mit dem Polymer überzogen. Des Weiteren ist, abhängig von den Materialeigenschaften, ein entsprechendes Design für das Implantat zu entwickeln, das den Anforderungen eines Dünndarmersatzes gerecht wird. Die In-vitro-Untersuchungen u. a. zur Biokompatibilität und zum Degradationsverhalten erfolgen in der Chirurgischen Klinik des Uniklinikums Aachen.