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Auf 50 Jahre Entwicklung blickte Dr. Louis Schneider zur Begrüßung zurück. Aus dem 1961 von Dr. Peter Schneider auf einer 20.000-m2-Obstwiese gegründeten Unternehmen sei im Lauf der Jahre ein international operierender Werkzeug- und Formenbau entstanden, der globale Lösungen anbieten könne. Derzeit erlebe das Unternehmen eine sehr dynamische Entwicklung an allen Standorten, mit Schwerpunkten in Mitteleuropa und China. Das Investitionsvolumen betrug 2011 rund 3,5 Mio. Euro in Dettingen und 1 Mio. Euro in Portugal.

Für 2011 rechnet Schneider bei knapp 300 Mitarbeitern mit einer Gesamtleistung von rund 42 Mio. Euro. Das wäre das beste Ergebnis (der höchste Output) des Unternehmens seit Bestehen. Wie Scheider am Rande der Veranstaltung betonte, baut er auf die vertikale Erweiterung seiner Wertschöpfungskette, auf eine gute Vernetzung mit Forschungseinrichtungen und auf ein besseres Kundenverständnis für die Prozesse des Formenbaus. In einer Bühnenshow wagte er einen Blick in die Zukunft und präsentierte ein Werkzeugprojekt im Jahre 2031.

Gastredner Eberhard Weiblen von Porsche Consulting lobte Flexibilität, Augenmaß und Qualitätsorientierung des Werkzeugbauers. Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, widmete seinen Vortrag der Zukunft der Automobilindustrie und nannte Qualitätsverpflichtung, Mobilität, Energiekonzepte und Ressourcenschonung als entscheidend für die Produkte der Zukunft.

Das jüngst von Schneider patentierte Optisize-Prinzip für Stoßfängerformen war einer der Meilensteine, die den Besuchern gezeigt wurden. Es ermöglicht dem Anwender, kompakte, stückkostenoptimierte Formen mit nur zwei Bemusterungen zum SOP zu bringen. Auch die hauseigene Produktentwicklung stellte ihre Kompetenz bei Front- und Rearends zur Schau. Sie wurde mittlerweile auch auf den Nutzfahrzeugsektor mit seinen hohen Steifigkeitsanforderungen ausgedehnt.

Drei neue HSC-Bearbeitungszentren waren Anlaufpunkte des Abends. Hier sei mit den derzeit modernsten Methoden der Frästechnik eine um 35 % kürzere technische Bearbeitungszeit möglich. In der RTM- und Pre-Form-Technik für Carbonfaserteile konnte Schneider in diesem Jahr erfolgreich Fuß fassen. Ein spezielles Team bearbeitet diesen neuen Geschäftsbereich so erfolgreich, dass mittlerweile selbsttragende Strukturbauteile und ganze Monocoques aus Schneider-Formen entstehen.